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Nachfotografie - P.O.N.

P.O.N. Dezember 2014

Es ist mal wieder soweit, der Newsletter ist geschrieben und wartet auf die Sendung an die Abonnenten. Und zusammen mit jedem Newsletter gibt es das Pic of the Newsletter!

Für die neuen Leser: In diesen P.O.N.s stelle ich jeweils ein Bild vor und erkläre genauer, wie es entstanden ist; fotografisch wie auch in der Nachbearbeitung.

Dieses Mal habe ich mir ein Bild herausgesucht, das ich während einem meiner Kurse zur Nachtfotografie aufnahm.

nachtfotografie_freiburg_martin_ziaja

Ich fotografierte hierbei mit einer Canon EOS 6D am Vollformatsensor und 17mm Brennweite. Verständlicherweise musste ich die Kamera nach oben neigen, um viel vom Münster und wenig von den Pflastersteinen mit ins Bild zu bekommen, was zu stark stürzenden Linien führte. Dies war für mich nicht sonderlich schlimm, da mir ohnehin ein quadratischer Ausschnitt vorschwebte. Somit konnte ich in der Nachbearbeitung gut entzerren, ohne dass wichtige Bildteile wegfielen.

Die Beleuchtung der Arkaden links im Bild sowie die Spots am Münster waren jedoch zu hell, um mit einer einzelnen Aufnahme den wichtigen Tonwertbereich abzudecken. Daher fotografierte ich zwei Bilder; eins mit der Belichtung für die Lichter (was im Ganzen viel zu dunkel war) und eines für den Rest des Bildes (mit ausgefressenen Lichtern). Da man bei solch langen Belichtungszeiten um ein Stativ nicht wirklich herumkommt, waren beide Bilder auch deckungsgleich, womit die spätere Überblendung kein Problem darstellen sollte. Eine Belichtung von mehreren Sekunden sorgte für den Wischeffekt der Wolken, die dem recht statischen Architekturfoto etwas Dynamik mitgeben.

Zurück im Studio führte ich in Lightroom die üblichen Korrekturen durch: Der Weißabgleich wurde angepasst, Kontrast und Helligkeit nach gusto justiert und über das Objektivkorrekturen-Feld die stürtzenden Linien ausgeglichen. Nachdem alles fertig war, habe ich diese Einstellungen auf die zweite, zu dunkle Aufnahme übertragen und beide Bilder in Photoshop als Ebenen geöffnet. Zur Sicherheit habe ich beide Ebenen nochmals ausgewählt und über Bearbeiten – Ebenen automatisch ausrichten nochmals ausgerichtet (zum Abschluss überprüfe ich die Passgenauigkeit immer noch mit der oberen Ebene im Differenz-Modus).

Anhand von Luminanzmasken wählte ich nun nur die hellen Bildbereiche aus und maskierte so die obere Ebene, damit nur die abgedunkelten Lichter durchschienen – fertig.

Zum Schluss wurde das Bild noch für’s Internet aufbereitet, d.h. verkleinert und ein wenig nachgeschärft (da bei der Verkleinerung die Schärfe immer etwas leidet), nach 8-bit konvertiert, in sRGB überführt und für das Web abgespeichert.

Ich hoffe, euch gefällt es! :-)

Viele Grüße und einen schönen zweiten Advent
- Martin -