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Fotoreise im Herbst 2015

Schottland im Herbst – Teil 2

Nachdem wir im letzten Beitrag Teil 1des Rückblicks zur vergangenen Fotoreise auf die Isle of Skye im Oktober 2015 mit einem verregneten Abendpanorama des Quiraings abgeschlossen haben, kommt hier die sonnige Fortsetzung dieser Reise!

Tag 4 empfiegt uns mit hervorragendem Wetter! Heute stand ein zweiter, etwas längerer Fotostopp in Sligachan, sowie die Fairy Pools auf dem Programm. Am Sligachan Hotel angekommen, ging ich mit meiner Gruppe dieses Mal jedoch an die Kaskaden auf Höhe der Bergwacht, da sich diese (in meinen Augen) besser mit den Black Cuillins in Verbindung setzen lassen.

Für meine erste Aufnahme wählte ich einen sehr wassernahen Felsen, der etwas Kraxelei erforderte. So konnte ich das Hauptaugenmerk auf die Wasserfälle legen, während ich mit einem Grauverlaufsfilter den Himmel weit genug abdunkeln konnte, damit diese im Kontrastspektrum meiner Canon EOS 6D (Amazon Partnerprogramm-Link) blieb. Nach zwei Minuten hatte ich diese Aufnahme im Kasten:

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Bei dieser Aufnahme blieb es von dieser Perspektive aus aber auch, denn kurz nach dem Klicken meines Verschlusses hörte ich ein “Ahhh” – und die Kamera eines meiner Teilnehmer segelte an mir vorbei ins Wasser des Bergbachs… Zum Glück konnte ich sie wieder herausfischen, aber dennoch hatte diese Kamera es für diese Reise hinter sich. (Den Rest der Reise in Reis eingelegt und zu Hause in Deutschland gut getrocknet, funktioniert sie nun aber wieder einwandfrei, nur das Objektiv musste zum Service geschickt werden.)

Da der Teilnehmer keine Ersatzkamera dabei hatte, gab ich ihm meine Canon EOS 6D (da er auch mit Canon fotografierte) und griff zu meiner Neuanschaffung, der Fuji X-T10(Amazon Partnerprogramm-Link), die ich mir als kleine Reisekamera zulegte. Es war spannend, mal wieder rein mit einem Crop-Sensor und 16.3 Megapixeln und dazu noch zum ersten Mal mit einer spiegellosen Kamera zu arbeiten! Außerdem war ich somit auf das 18-55mm Kitobjektiv beschränkt… Aber auch damit kann wirklich nicht meckern (ein ausführlicher Test hierzu kommt noch!):

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Unser zweiter Fotostopp am heutigen Tag waren die Fairy Pools bei Glenbrittle. Die sind für mich eigentlich eine Location, die ich bei Bewölkung oder früh morgens bevorzuge, aber irgendwie tat das Wetter heute nicht das, was angesagt war… Die spektakuläreren Wasserfälle und Kaskaden liegen eher im unteren bis mittleren Bereich des Hangs. Diese sind meist jedoch recht schwer zu fotografieren und man kann sie wegen des Gefälles nur schwer mit der eindrucksvollen Bergkette der Black Cuillins im Hintergrund in Verbindung setzen. Die für wohl besten Ansichten erhält man weit oben am Hang, am wohl bekanntesten Fotospot der Fairy Pools:

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Da mir die Brennweite an der Fuji X-T10 allerdings etwas zu lang war und ich den Sonnenfleck auf der für diese Location so charakteristische Bergformation richtig cool fand, bat ich nun den Teilnehmer mit meiner 6D, sie mir für eine Aufnahme nun doch mal wieder zu geben. Raus kam dann dieses Pano aus drei vertikal gestitchten Querformaten. Dafür benutzte ich das Samyang 24mm Tilt/Shift:

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Die Sonne stand schon recht tief, als wir den Rückweg antraten, was noch zu tollen Lichtstimmungen führte!

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Unser letzter Fotostopp des Tages war am Loch nan Eilean mit Blick auf den Black Cuillin. Dieser kleine See eignet sich hervorragend, um einen interessanten Vordergrund für die zwei Bergketten der Black und Red Cuillins zu erhalten.

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Aber auch in die andere Richtung – sei es als Detailaufnahme oder Landschaft im Gegenlicht – ergeben sich tolle Perspektiven!

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Als das direkte Sonnenlicht schließlich ganz verschwunden war, packten wir zusammen und gingen einige Schritte zurück in Richtung Glen Sligachan, das in wunderschönen Abendtönen vor uns lag!

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Beim Zusammenpacken fiel mir schließlich der Vollmond auf, der gerade über Loch Sligachan aufging – eine letzte Aufnahme nahmen wir also noch mit, bevor es zum wohl verdienten Abendessen zurück nach Portree ging.

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Der nächste Morgen empfing uns leider etwas grauer als erhofft. Für unseren ersten kurzen Fotostopp am Eas a’ Bhradain war das jedoch genau richtig: Wasserfälle fotografiere ich am liebsten bei diesem Wetter! Da ich hier gern wieder ein gestitchtes Pano mit besagten Tilt-Shift-Objektiv fotografieren wollte, bot mir eine weitere Teilnehmerin freundlicherweise ihre Backup-Kamera dafür an – fröhliches Kameratauschen… :-)

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Der Weg führte uns danach weiter in den Süden der Insel – das Ziel: Elgol. An der Road to Elgol komme ich jedoch nie an Cill Chriosd vorbei, so auch dieses Mal nicht. Diese alte Kapelle mit Friedhof zusammen mit dem dahinter liegenden Loch Cill Chriosd und dem umgebenden Bergpanorama ist jedes Mal wieder super!

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Der See, der gleich hinter dem Friedhof beginnt, lag heute still wie ein Spiegel da, was zu wunderschönen Spiegeleffekten führte! Leider begann es nach wenigen Minuten bereits sehr stark zu regnen, so dass wir ins Auto flüchteten und weiter in Richtung Elgol fuhren.

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Nach kurzem Zwischenstopp im Duncan House bei Kilmarie kamen wir schließlich am Anleger in Elgol an. Das Wetter war zwar immer noch “recht feucht”, aber dadurch zogen in den Cuillins Nebel auf, die das fehlende Licht wieder wett machten! Elgol ist für mich immer die Fahrt wert – ich war dort schon so ziemlich bei jedem Wetter und jeder Tageszeit (bis auf nachts) und jedes Mal zeigt es wieder ein anderes Gesicht!

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Etwas angeschlagen vom Wetter retteten wir uns erst einmal auf eine Soup of the Day in den Village Shop mit Café von Elgol. Aufgewärmt und gestärkt traten wir also die Rückfahrt an – und kamen ganze zwei Minuten weit, denn gleich nach dem Ort lichtete sich der Nebel und gab den Blick auf Sgurr na Stri frei:

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Viel weiter kamen wir danach allerdings auch nicht, denn der Blick über Kilmarie hinüber in Richtung Torrin (hinter dem Hügel) war atemberaubend! Genau wegen diesen Farben und Stimmungen liebe ich den schottischen Herbst!

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Auf dem Rückweg stoppten wir letzendlich nochmals am Loch Cill Chriosd, da es nun nicht mehr regnete, die Spiegelungen jedoch noch immer gut zu sehen waren und teilweise sogar Nebel über das Wasser zog:

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Bei solch diffusem Licht sollte man bei all der tollen Landschaft um sich herum aber auch den Blick für Details nicht verlieren – diese eigenen sich hervorragend bei diesem Wetter!

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Für die letzte Aufnahme an dieser Location lief ich ein wenig den Hügel hinauf, um einen besseren Blick auf den See zu erhalten. Danach ging es nach Hause nach Portree…

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Zurück in Portree passte es zeitlich genau, um sich die Hafenpromenade zur Blauen Stunde auch noch vorzunehmen. Die bunten Häuser dort werden primär tagsüber im Sonnenschein gezeigt. Aus diesem Grund biete ich inzwischen meinen Teilnehmern lieber an, sie zur Blauen Stunde zu fotografieren – das weicht wenigstens etwas von den meisten anderen Bildern ab und ich kann auch noch erklären, wie man Bilder zu dieser besonderen Stunde am besten hinbekommt.

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Ich suchte danach aber auch noch nach einer für mich unbekannten Perspektive und fand diese etwas weiter unten am Hang (der leider wegen des vielen Regens seeeeehr rutschig war)…

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Den letzten Teil der Oktoberreise gibt’s im nächsten Beitrag kommende Woche – schaut also wieder rein! :-)

- Martin -
P.S.: Die nächsten beiden von mir geführten Fotoreisen finden über Ostern und im Oktober 2016 statt. Solltet ihr Interesse haben, schreibt mich an!