Eilean Donan Castle

Scotland – my love…

Im Mai diesen Jahres habe ich es endlich mal wieder in mein heiß geliebtes Schottland geschafft! Da wir zwei “Schottland-Neulinge” dabei hatten, haben wir eine recht übliche Tour geplant: Von Edinburgh über die Trossachs nach Glencoe, weiter durch Fort William nach Skye und über Dalwhinnie wieder zurück in die Hauptstadt. Alles in allem eine recht entspannte Fünftagestour. Aber  beginnen wir am Anfang der Tour…

Wir flogen sehr günstig mit Easyjet von Basel nach Edinburgh, wo wir unseren Mietwagen in Empfang nahmen. Dann machten wir uns auch gleich zügig auf den Weg nach Nordwesten, denn das heutige Ziel war Glencoe Village. Die bedeutete, dass wir zunächst die eher unspannende, kurze Autobahnstrecke bis Stirling vor uns hatten, bevor wir Callander, das Tor zu den Trossachs passierten. Schlagartig verändert sich hier die Landschaft – wo man gerade noch die Berge aus der Ferne gesehen hat, ist man sofort mitten drin. Man fährt durch kleine Ortschaften, entlang von einigen Seen, die sich zwischen die Berge schmiegen, bis man schließlich auf das Hochplateau von Rannoch Moor kommt und sich der Blick wieder weitet.

Doch uns zieht es noch weiter nach Westen, dem “Großen Hirten” entgegen, dem Buachaille Etive Mor – dem wohl meist fotografierten Berg Schottlands. Denn dieser wacht am östlichen Ende über das Glen Coe. Für mich ist dieses Tal eines der schönsten in ganz Schottland. Besonders die Fahrt bei Abendsonne das Tal herunter ist atemberaubend…

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Am westlichen Ende des Tals angelangt bezogen wir das uns bereits bekannte B&B bei Caroline MacDonald (www.inchconnal.com – sehr zu empfehlen!) und ließen den Abend gemütlich bei gutem schottischen Essen und einem Pint im Pub ausklingen.

Noch vor dem ausführlichen schottischen Frühstück zog es mich jedoch kurz nach Sonnenaufgang hinaus, denn das Loch Leven lag praktisch spiegelgleich vor mir.

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Da unser Weg nach Skye durch Fort William führte, beschlossen wir, einen kleinen Abstecher ins Glen Nevis zu machen. Unter dem höchsten Berg der britischen Inseln schlängelt sich dieses sehr alpine Tal recht gemächlich höher und höher. Nach einem Spaziergang durch die schmale Schlucht öffnet sich plötzlich das Tal und gibt den Blick auf die Steall Falls frei, die ebenfalls zu den höchsten Schottlands zählen.

scotland_0514_077Selbst hier oben findet man zu dieser Jahreszeit aber die all gegenwärtigen Scottish Bluebells:
scotland_0514_073Da nach der kurzen Wanderung meine Mitfahrer langsam einnickten, fuhr ich recht direkt und ohne größere Fotostopps einzulegen in Richtung Skye. Leider wurde nur das Wetter immer feuchter, je mehr wir uns näherten. Schließlich angekommen machte die “Misty Isle” ihrem Namen alle Ehre: Die Wolken hingen  so tief, dass man die Berge der Insel gerade mal erahnen konnte.  Daher machten wir nur einen kurzen Abstecher nach Cill Chriosd, wo der Scottish Mist uns in kürzester Zeit wieder ins Auto und in Richtung Trotternish trieb.

Unsere Unterkunft war in Uig, dem kleinen Fährhafen an der Nordwestküste von Skye. Ich entschloss mich aber, einen kleinen Umweg über die Nordostküste zu fahren, so dass wir über den kleinen Pass des Quiraing Massivs fuhren. Dieser Ort ist für mich eines der beeindruckensten Fleckchen Erde, die ich kenne – es zieht mich immer wieder dorthin. Bei fast jedem Wetter (wenn die Wolken so tief hängen, als ob man im Nebel stünde, nicht) lohnt sich die Fahrt hier her. Aber seht selbst:

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scotland_0514_103martin_ziajaAm nächsten Tag wollten wir auf jeden Fall nochmals hier her zurück kommen und ein wenig wandern. Aber mit diesem kleinen Vorgeschmack und genug Vorfreude auf den kommenden Tag konnten zufrieden unser B&B in Uig beziehen.

Den Tag beendeten wir mit leckerem Fisch direkt über dem Wasser, einem Feierabendbierchen und zurück in der Unterkunft mit Tee und einem wee dram mit Blick über den Minch in Richtung Waternish Peninsula – so kann man es aushalten… :-)

Der nächste Morgen begrüßte uns wieder mit recht bedecktem Wetter und erneut sehr tief hängenden Wolken. So verschoben wir das Quiraing auf den Mittag und fuhren nach dem Frühstück zuerst noch ein Stückchen weiter die Westküste hinauf zur Cave of Gold. Ein toller Name für diese kleine, recht unscheinbare Höhle… und auch die achteckigen Basaltsäulen, die sie bekannt gemacht haben, erscheinen uns nicht so recht achteckig (aber wir sind auch durch den Giant’s Causeway in Irland etwas verwöhnt). Aber der Spaziergang entlang der Klippen und die immer wieder tief eingeschnittenen Gullies lohnen sich auf jeden Fall!

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scotland_0514_147martin_ziajaNach dieser kurzen Küstenwanderung überquerten wir also nochmals die Trotternish Ridge, den Bergzug, der die nördlichste der Skye-Halbinseln in Ost und West trennt, und machten uns auf, etwas durch das Quiraing zu wandern. Leider war auf dem Weg zur Felsformation “The Prison” verhältnismäßig viel los und einem unserer Mitreisenden war die Höhe nicht so ganz geheuer, so dass ich mit ihm zurück zum Auto lief und dann noch etwas den in südlicher Richtung verlaufenden Weg in Richtung Ben Edra (“Berg der Mitte”) erklomm. Von hier aus hat man einen frontaleren Blick auf das Quiraing, welcher auch wirklich nicht zu verachten ist… :-o

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scotland_0514_183_martin_ziajaMit einem kurzen Abstecher zum Kilt Rock Viewpoint zog es uns dann aber in den Hauptort der Insel, nach Portree. Hier laden viele kleine Geschäfte, Cafés und Restaurants zum Bummeln ein – und unser Magen brauchte nach zwei Morgenspaziergängen nun auch wirklich eine kleine Stärkung! Von den wirklich vielen empfehlenswerten Einkehrmöglichkeiten entschieden wir uns für das Café Arriba (so richtig schottisch ;-) ). Direkt über den Hafen gelegen bietet das gemütliche Café wunderschöne Blicke über die Bucht, das junge Personal ist supernett und das Essen ist hervorragend. Also: Die obligatorische Soup of the Day und einen Cream Tea danach – es war ja schon 15.00…

Dann machten wir uns auf den Weg nach Süden, um im kleinen Örtchen Dornie unser nächstes B&B zu beziehen. Allerdings kam ich – nachdem am Vortag ja davon nichts zu sehen war  – nicht an Sligachan vorbei. Denn hier, fast im Zentrum der Insel, öffnet sich das Glen Sligachan nach Süden hin, welches links von den eher runden Red Cuillins und rechts von den schroffen, alpin wirkenden Black Cuillins begrenzt wird. Und dann brach die Sonne unter den Wolken hervor – ein Traum…

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scotland_0514_225Nach einem kleinen Whisky in der hervorragend sortierten Bar des Sligachan Hotel verabschiedeten wir uns schweren Herzens schon wieder von der Isle of Skye und fuhren zum Sonas B&B in Dornie. Auch diese Unterkunft kenne ich schon seit einigen Jahren und war schon mehrfach dort – und werde gern wiederkommen. Auch zog es uns wieder hinunter zum Hafen, wo wir im Pub sehr lecker aßen. Zum Nachtisch habe ich dort auch das bisher leckerste Crannachan gegessen – eine Creme mit passierten Himbeeren, einem Spritzer Whisky und gerösteten, manchmal karamelisierten Haferflocken. Yummy! Bekannt ist das Dörfchen allerdings wegen etwas ganz anderem. Hier, wo drei Lochs zusammen laufen, liegt das berühmte Eilean Donan Castle, das immer wieder in Filmen als typisch schottisches Schloss herhalten muss (James Bond, Highlander, Nessie, The Tudors…) und auch vor immer wiederkehrenden Fotografen (hüstel…) nicht sicher ist:

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scotland_0514_279Der nächste Tag startete früh für uns, da wir heute zurück nach Edinburgh mussten und dazu noch etwas von der Stadt haben wollten. Der Plan, ohne Stopps die 200 Meilen zurückzulegen, funktionierte natürlich nicht, zumal schon nach wenigen Meilen, die Sonne über den Five Sisters of Kintail mich zum Anhalten zwang… Hier, am Ostende des Loch Duich, befindet sich ein kleiner Friedhof, der wunderschön zwischen den westlichen Bergen über dem Loch sitzt.

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scotland_0514_294swIch entschloss mich für die kürzeste Route, die uns über Dalwhinnie (Schottlands höchst gelegene Whiskydestillerie) am Rand der Cairngorms und Perthshire über den Firth of Forth nach Edinburgh führte.

Zurück in der Hauptstadt bummelten wir noch etwas die Royal Mile herunter, durch die Princess Street Gardens, aßen bei unserem Lieblings-Inder in der Newtown und beschlossen den Abend mit einem Pint im wunderschönen The Kenilworth – meinem Lieblingspub in Edinburgh.

Früh morgens brachte uns der Flug wieder zurück nach Basel. Auch wenn es nur fünf Tage waren, hatten wir dennoch wieder einmal einen wunderschönen Kurztrip nach Schottland!

- Martin -


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