Tango

Schirme: 42″ / 106cm Teil 3

Im letzten Schirmbeitrag schrieb ich über die Eigenschaft von Durchlichtschirmen, enorm viel Streulicht zu abzugeben. Was sich in vielen Situationen als Problem darstellen kann, kann man jedoch auch häufig zu seinem eigenen Vorteil nutzen. So auch in diesem Fall:

tango_030812_140cs.jpg

Bei diesem Foto von Jelena und Joscha handelt es sich um einen viel größeren Raum und auch um ein viel größeres Motiv als im letzten Beitrag. Dennoch entschied ich mich auch hier für den 42″-Schirm von Westcott und nutzte diesen ebenfalls wieder im Durchlicht.

Durch die vergrößerte Distanz von Blitz zu Motiv, verändert sich die Lichtqualität dramatisch: Es wird um ein Vieles härter. Dies ist gut an Jelenas Kinnschatten zu erkennen. Und genau diese härtere Lichtcharakteristik war mir hier wichtig. Denn ich wollte die Spannung im Körper der Tangotänzer zeigen. Durch das nun recht harte Licht sieht man gut die Waden- und Schienenbeinmuskulatur von Jelena und selbst die Ader an Joschas Unterarm wird plastisch moduliert.

Nun könnte man natürlich argumentieren, warum ich dann nicht zu einem Blitz ohne Lichtformer griff – so hätte ich auch hartes Licht und eine noch höhere Lichtausbeute, da kein Diffusionsstoff Licht geschluckt hätte. Wie in der Einleitung bereits erwähnt, nutzte ich den Durchlichtschirm wegen seiner Streulichteigenschaften. Der Schirm war genau auf die beiden Tänzer gerichtet. Dadurch beleuchtete er auch zu einem großen Anteil die cremefarbene Wand hinter der Kamera, welche somit zu einem enorm großen und somit weichen Fülllicht wurde. Dieses Fülllicht ist dafür verantwortlich, dass der hart abgegrenzte Kinnschatten Jelenas trotzdem noch gut durchzeichnet ist, kein Schatten läuft zu.

Gewusst wie, kann man also die “negativen” Streulichteigenschaften eines (Durchlicht-)Schirms auch zu seinem eigenen Vorteil nutzen!

- Martin -


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