Maren

Schirme: 42inch / 106cm Teil 1

Blitzschirme sind besonders bei Hobbyfotografen sehr begehrte Lichtformer, da diese klein zusammenfaltbar, transportabel, leicht und vor allem billig sind. Außerdem sind sie sehr vielseitig, was ich ja bereits schon mehrfach hier auf dem Blog erwähnt hatte. Aus diesem Grund entschloss ich mich, hier eine Beitragsserie über Schirme zu schreiben.

Wichtig ist mir hier, dass ich euch keine Marktübersicht über Schirme geben möchte. Auch will ich euch keine “Anleitungen” à la “nehmt diesen Schirm, dann erhaltet folgendes Ergebnis” auftischen. Vielmehr möchte ich euch an Praxisbeispielen zeigen, warum ich mich im jeweiligen Fall für einen Schirm entschieden habe und wie man diese Lichtformer einsetzen kann.

Im heutigen Beispiel geht es um folgendes Bild:

maren180411_040.jpg

Für dieses Testshooting mit Maren entschied ich mich für einen 42″-großen Kombischirm von Westcott (42″ convertable umbrella, collapsable). In der Shootingvorbereitung wählte ich diesen Schirm, da man ihn als Reflex- und auch als Durchlichtschirm nutzen kann, wodurch er vielfältige Beleuchtungsmögleichkeiten zulässt. Außerdem musste ich möglichst mobil sein, wofür dieser Knirps natürlich prädestiniert war.

Hier nutzte ich ihn als Reflexschirm, da mir eine Konzentration des Lichtes auf Marens Gesicht wichtig war. Ein Reflexschirm erzeugt einen etwas deutlicheren Hotspot etwas schnellerem Lichtabfall nach außen. Im Durchlichtmodus hätte der Blitz die weiße Bluse zu sehr aufgehellt, was nicht gut zur dämmrigen Abendstimmung gepasst hätte. (Anmerkung: Alternativ hätte man einen Durchlichtschirm “flaggen”, d.h. die Außenbespannung nur auf der oberen Hälfte des Schirms wegklappen können. Auch das hätte die Bluse etwas dunkler als das Gesicht abgebildet.)

Der Blitz wurde frontal vor Maren leicht über Augenhöhe positioniert, mit einem Funkauslöser gezündet, wobei ich direkt am Stativ vorbeifotografierte. Die Belichtung wählte ich so, dass das Umgebungslicht knappe zwei Blendenstufen unterbelichtet wurde. Um dem abendlichen Licht noch etwas mehr “Charakter” zu geben, filterte ich den Blitz mit einer grünen Farbfolie, auf die ich den Weißabgleich der Kamera abstimmte. Dies führte zu einer Farbverschiebung des vorhandenen Lichts in Richtung Magenta.

Unter dem Kinn und unter der Nase ist deutlich der schön weiche Schlagschatten zu erkennen. Diese Weichheit wird durch die Nähe des Blitzes zum Modell gewährleistet. Einen Meter weiter weg und wir hätten bereits einen deutlich härteren Schattenwurf gehabt.

Ein weiteres Beispiel mit diesem, nun allerdings leicht seitlich aufgebautem Setup seht ihr hier:

maren180411_059.jpg

Bei den Bildern dieses Beitrages wurde der Blitz also so genutzt, wie ihn wohl die meisten Leute einsetzen. Aber vielleicht konnte ich euch ausreichend erklären, warum ich ihn in diesem Fall so nutzte. Solltet ihr Fragen haben, hinterlasst einen Kommentar!

- Martin -


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2 commenti su “Schirme: 42inch / 106cm Teil 1

  1. Schöne Bilder und tolle Lichtstimmung! Aber wie stimmt man bei einer grünen Folie am Biltz den Weissabgleich ab? Reicht es in der Kamera einen bestimmten Farbtemperaturwert einzustellen wie bei CTO/CTB Folien (-> blau-orange Achse) oder muss man noch zusätzlich den Farbton Richtung Magenta verschieben? Oder geht das in der Kamera garnicht und man muss zwingend eine Raw-Entwicklung machen?

  2. Hi Dennis, ich fotografiere immer einen Colour Checker Passport (ein Weißabgleichstarget) mit und setzen den WB in der RAW-Entwicklung (ich fotografiere nur RAW). Alternativ kannst du auch ein Papiertaschentuch fotografieren, das vom jetzt grünen Blitz ausgeleuchtet wird und dann einen manuellen WB über die Kamera setzen.

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