Anna

One light wonders – Anna

Vor einiger Zeit konnte ich wieder eine leer stehende Freiburger Stadtwohnung als Fotolocation nutzen. Modell stand mir Anna, die vorher noch nie wirklich gemodelt, ihre Aufgabe aber wirklich gut gemeistert hat!

Für die ersten Aufnahmen bat ich Anna, sich in einen Türdurchgang zwischen zwei Zimmern zu stellen, der annähernd gleich weit entfernt von den Fensterreihen vor und hinter ihr entfernt war. Um dennoch ein passendes Beleuchtungsverhältnis zu erhalten, feuerte ich einen Systemblitz an die Decke in der Nähe der Fensterfront vor Anna. Somit behielt ich die Charakteristik des natürlichen Lichteinfalls bei, erhöhte lediglich die Intensität des Lichts.



Für unser nächstes Setup wechselten wir 3m nach rechts. Wieder sollte Anna Position in einem Türrahmen beziehen, dieses Mal jedoch setzte ich ein gänzlich anderes Licht: Direkt hinter dem Türrahmen im Vordergrund positionierte ich eine 28″-Softbox, in der ein Systemblitz (Sunpak 120J) an Funkauslösern steckte. Ein anderes Licht fiel nicht von vorn auf Anna. Durch diese Lichtsetzung schufen wir nicht nur baulich getrennte Ebenen im Bild sondern auch tonal getrennte! Den Vordergrund bildet der recht dunkle Türrahmen rechts inkl. der Tür links im Bild. Den vorderen Mittelgrund und gleichzeitig die hellste Stelle im Bild bildet Anna selbst und der Türrahmen, an dem sie lehnt. Die im Schatten liegende Wand hinter ihr als hinteren Mittelgrund hebt sich tonal hervorragend von Annas Kleidung ab. Das Zimmer hinter ihr, in dem ein gelbliches Licht schimmert, stellt den Hintergrund.

Für das nächste Setup wollte ich ein etwas stimmungsvolleres Licht. Dafür bat ich Anna, sich auf den schönen Parkettboden zu setzen und eine gemütliche Pose einzunehmen. Das Licht blieb – wie übrigens bei allen geblitzten Aufnahmen dieser Serie – die 28″-Softbox. Dieses Mal platzierte ich sie allerdings schräg hinter Anna, so dass sie sehr stark durch Licht und Schatten moduliert wurde. Durch die links des Bildfeldes stehende Wand erhielt ich eine schöne, dezente Aufhellung auf Annas im Schatten liegende Seite. Die Komposition wurde so gewählt, dass Annas dunkles Haar sich vor dem hellen Fenster gut abhob.



Das Bild rechts daneben wurde wieder mit deutlich weniger Kontrast ausgeleuchtet. Die Softbox wurde dafür viel näher in Richtung Kameraachse gerückt und etwas über Annas Augenhöhe gehoben. Die cremefarbene Wand links im Bild fungierte hervorragend als Fülllicht. Die Arbeitsblende wurde so gewählt, dass das natürliche Licht im Hintergrund nicht ausfraß.



Für den abschließenden Headshot schließlich wählte ich ein hochfrontales Licht. Die Softbox wurde leicht über Augenhöhe und in etwa 1m Abstand zu Annas Gesicht aufgestellt – sie ist als Augenreflex deutlich zu erkennen.

Wie schon beschrieben, sind alle dieser Bilder mit nur einem einzigen Systemblitz entstanden, der entweder ohne jeglichen Lichtformer oder in einer 28″-Softbox gezündet wurde. Es kamen nur Brennweiten von 50mm, 85mm und 150mm zum Einsatz. Also eine Kamera, ein Systemblitz, ein Lichtformer inkl. Stativ und drei Brennweiten – man braucht nicht immer eine Materialschlacht, um schöne Bilder zu fotografieren!

- Martin -


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