Sarah

Homeshooting mit Sarah

Dieser Beitrag soll mal wieder zeigen, was alles mit einer einzigen Lichtquelle machbar ist! Man braucht nicht viel, um tolle Bilder zu produzieren…

 

Vor einiger Zeit hatte ich hier auf dem Blog über mein Test-Shooting mit Sarah geschrieben. Inzwischen haben wir beide nochmals zusammen fotografiert, dieses Mal allerdings mit einem ganz anderen Ansatz.

 

Wir trafen uns nicht bei mir im Studio, sondern vereinbarten unseren Fototermin in einer Privatwohnung. D.h. recht kleine Räume, möglicherweise bunte Wände oder große Regalwände, verschiedenfarbige Böden oder Teppiche usw. – alles in allem also immer eine spannende Sache, wenn man sich in fremde, bisher unbekannte Gefilde begibt! Ich mache das aber nach wie vor gern, weil die Bilder einfach abwechslungsreicher bleiben, als wenn ich immer nur in meinem kleinen Studio fotografiere…

 

Als Sarah und ich uns trafen, war es bereits dunkel, so dass die Nutzung von Tageslicht leider nicht mehr in Frage kam. On location arbeite ich häufig gern mit vorhandenem Licht, da es meist eine natürlichere Stimmung erzeugt. Nun ja, dieses war nun mal weg und somit musste ich doch zu Blitzlicht greifen – was die Sache nicht schlechter machte…

 

Wir begannen im kleinen Wohnzimmer, welches drei weiße und eine grüne(!) Wand hatte. Was innenarchitektonisch toll wirkte, machte mir zunächst etwas Sorgen: farbige Flächen färben das Streulicht der Lichtquelle sehr stark ein und erzeugen so schnell starke Farbstiche. Wenn man nun noch unterschiedliche Distanzen zu dieser farbigen Fläche im Bild hat, entsteht sehr leicht ein partieller Farbstich, der sich also nicht überall im Foto gleich stark zeigt! Diese Art von Stich in der Nachbearbeitung zu entfernen kann mitunter sehr zeitraubend und kompliziert sein.

 

Aus diesem Grund baute ich eine 28″-Softbox so auf, dass ihre Rückwand zur grünen Wand zeigte. So konnte ich den größten Teil von grün gefärbtem Licht ausschalten, da die Hauptlichtrichtung sowie das Streulicht in erster Linie auf weiße Wände trafen. Dennoch führte ich wie immer zunächst einen manuellen Weißabgleich sowie eine Aufnahme des Colour Checker Passports durch, der mir eine genaue Profilierung der Aufnahme erlaubt.

 

Die Hauptaufgabe bei solchen Aufnahmen besteht für mich darin, das Streulicht so mit in die Belichtung einzubeziehen, dass es wie ein gezielt eingesetztes Fülllicht wirkt. D.h. die Hauptlichtrichtung soll das Modell wie gewünscht ausleuchten und modulieren, wohingegen der dadurch erzeugte Schatten durch das Streulicht aufgehellt wird. Leider kann man dazu keine Patentlösung anbieten, da dies stark von der Beschaffenheit des Raumes abhängt.

 





Aber ich wollte nicht nur diese helle, leichte Stimmung, sondern auch noch dunklere, eher partiell ausgeleuchtete Bilder. Dafür befestigte ich eine Wabe an besagter Softbox, welche das Streulicht minimierte und somit eine gerichtetere Lichtführung erlaubte.



Hier traten allerdings ein paar Problemchen auf: Wenn ich das Licht hoch genug platzierte, dass die Wand hinter Sarah fast kein Licht mehr traf, bekam ich leider auch keine Spitzlichter mehr in ihre Augen, was mir jedoch wichtig war. Daher griff ich zu einem zweiten Systemblitz, zoomte diesen auf 105mm und feuerte ihn mit extrem reduzierter Leistung von leicht seitlich in ihr Gesicht.



Für die nächste Einstellung bat ich Sarah, sich auf den Rücken auf die Couch zu legen. Das Licht sollte von über und leicht hinter ihr auf sie treffen, was ein wenig Improvisation erforderte. Aus zwei Kompaktstativen und einer Superclamp baute ich ein provisorisches Galgenstativ, womit ich die Softbox mit Wabe so platzieren konnte, wie ich mir das Setup gedacht hatte.





Den zweiten Teil dieses Shootings seht ihr in einem anderen Beitrag. Nur soviel schon vorab: der wird ein wenig heißer… :-)

- Martin -


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